Overblog Folge diesem Blog
Edit post Administration Create my blog
11. Juni 2009 4 11 /06 /Juni /2009 10:15

"Wie ich sehe gefallen Ihnen meine Beine." 

Überrascht drehe ich mich etwas und blicke in zwei stahlblaue Augen die mich fest ansehen. Es fällt mir schwer dem Blick standzuhalten. Auch weil ich mich ertappt fühle. Eine Bekannte hatte mich zu einer Feier eingeladen. Leider kenne ich sonst niemanden auf dieser Feier und meine Bekannte ist von ihren Freunden komplett in Beschlag genommen. Ich bin nicht so der Mensch der einfach auf fremde Menschen zugeht und ein Gespräch beginnt. Dazu fehlt mir ein wenig der Mut. Und ich bin nicht der Mensch, der bei anderen sofort Interesse weckt und dann auch gleich angesprochen wird. Ich bin das gewohnt. Daher habe ich mir einfach etwas zu essen und trinken geholt und mich an die Seite gestellt. Um nicht zu stören. Und um das Treiben zu beobachtet.

"Verzeihung. Was meinten Sie?"

Ich versuche etwas Zeit zu gewinnen. Mir ist diese Frau schon die ganze Zeit aufgefallen. Nicht weil ich auf Frauen stehe. Nein, das nicht. In ihrem creme-weissen Kleid, das ihr nur halb bis zu ihren Oberschenkeln geht, und ihren Schuhen mit diesen unglaublich hohen und dünnen Absätzen, mit denen sie von Gesprächspartner zu Gesprächspartner schreitet, wäre es schwer gewesen sie nicht zu bemerken. Sie scheint etwa 10 Jahre älter zu sein als ich und sie macht auf mich den Eindruck, als wüßte sie sehr genau was sie möchte - und wie sie bekommt was sie möchte.

"Sie haben mich schon verstanden."

Der Ton ihrer Stimme war fest und etwas schneidend. Aber gedämpft. Worüber ich sehr froh war. Was ich auf keinen Fall möchte ist eine Szene oder gar ein Streit. Ich komme mir vor wie ein Schulmädchen, das von der Lehrerin beim Abschreiben erwischt wurde. Sie schaut mich weiter fest an. Ihr blondes Haar ist streng zurückgekämmt. Sie wirkt auf mich nicht unfreundlich oder unsympathisch. Dennoch weiss ich nicht so recht wie ich mich verhalten soll.

"Bitte entschuldigen Sie" sage ich leise und mit trockenem Mund. Ich senke meinen Blick "ich wollte Sie nicht belästigen."

Ich spüre wie mir ganz warm wird. So als hätte jemand die Temperatur in dem Raum erhöht. Ein paar Augenblicke scheint nichts zu passieren. Die blonde Frau und ich stehen weit genug von den anderen weg, so dass niemand unser Gespräch mitbekommen. Meine Bekannte unterhält sich weiter mit ihren Freunden die sie zu umringen scheinen.

"Nun" höre ich sie sagen und blicke sie etwas schüchtern an. Sie läßt sich Zeit und macht eine Pause, als würde sie sich genau überlegen was sie als nächstes sagen möchte. Ich spüre wie ich nervös werde. "Sie können sich entschuldigen, wenn..." wieder eine Pause. Wieder läßt sie mich zappeln. "sie mir sagen was ihnen an meinen Beinen so gut gefällt."

Überrascht blicke ich sie an. Hat sie das gerade wirklich gesagt? Ich bin von dieser Frage komplett überrumpelt. Sprachlos und mit offenem Mund vergehen die Augenblicke und ich weiss nicht was ich darauf antworten soll. Ja, sie hat recht. Ich habe auf ihre Beine gesehen. Mehr als nur einmal. Ich weiss nicht genau warum. Ich fand ... den Anblick schön. Ich konnte meinen Blick nur schwer abwenden. Aber wie hat sie das bemerkt? Sie war die ganze Zeit in Gesprächen vertieft und hat mich bis zu diesem Moment nicht ein mal angesehen.

"Na?" Noch schneidender und auch ein wenig lauter als bisher untrbricht sie mein Schweigen. "Muss ich wirklich lauter werden und meine Frage erneut stellen?"

Erschrocken halte ich meine Hand vor meinen Mund. Ich schüttle den Kopf. "Bitte". Meine Stimme ist so trocken, dass kaum mehr als ein krächzen zu hören ist. Ich räuspere mich. Ich habe das Gefühl, dass mein Kopf puterrot ist. Fühle mich in eine Ecke gedrängt. "Bitte, nicht". Verlegen schaue ich mich um ob wir von jemandem beachtet oder gar beobachtet werden. Aber bisher scheint sich niemand auf der Feier für unser Gespräch zu interessieren. Mein Herz klopft. "Ich... ich muss gestehen..." es fällt mir schwer weiterzusprechen. Ich scheine die Worte kaum mehr als nur flüstern zu können. "ich bin fasziniert von ihrem Auftreten. Ich habe mir gedacht, gewünscht, wenigstens halb so gut aussehen zu können wenn ich älter bin." Stumm blicke ich sie an. Nicht sicher wie sie reagieren wird. Ich fühle mich immer noch wie ein dummes Schulmädchen vor ihrer Rektorin.

Sie lächelt mich an. "Das ist sehr lieb von Ihnen. Vielen Dank für das Kompliment". Es klingt ehrlich gemeint. Ich beruhige mich wieder etwas. "Wie heissen Sie?" Ein ehrlicher und freundlicher Ton. 

"Yvone"

Sie hält mir ihre Hand hin. "Sehr erfreut Yvone. Ein schöner Name." Ich nehme die Hand, bedanke mich. Sie umschließt meine Hand mit ihrer Hand und hälft mich fest im Griff, schaut mir dabei tief in die Augen. "Mein Name ist Frau Zara." Schüchtern lächle ich sie an, bemerke, dass sie mir nur ihren Nachnamen gesagt hat. Sie blickt mir weiter tief in die Augen. Beobachtet mich. Meine Reaktionen. Ich senke den Blick.

"Ich denke du schuldest mir etwas, Yvone." Fragend blicke ich sie an. Mir fällt auf, dass sie dazu übergegangen ist mich zu duzen. "Du hast die ganze Zeit auf meine Beine gestarrt." Erschrocken blicke ich mich um als sie das ganz laut sagt. Sie hält meine Hand immer noch fest. Zum Glück scheint uns bisher immer noch niemand zu beobachten. "Ich denke da ist es nur gerecht, wenn du mir auch Deine Beine zeigst. Findest du nicht?" Ihr Ton ist wieder schneidender geworden. Ein Ton der kein nein zulässt. Verlegen nicke ich. Ich weiss nicht wie ich darauf sonst reagieren soll.

"Folge mir." Ohne meine Reaktion abzuwarten läßt sie meine Hand los, dreht sich um und geht. Einen Moment stehe ich wie angewurzelt da. Perplex. Ich traue mich aber nicht stehen zu bleiben. Ich bin überzeugt, dass sie laut genug nach mir rufen wird. Wer weiss was sie dann sagt. Ich will es lieber nicht herausfinden. Ich folge ihr.

Sie führt mich in einen Raum in dem niemand ist. "Stell Dich da drüben hin" dirigiert sie mich. Sie schließt die Tür. So sind wir unbeobachtet. "Gut. Und nun schließ die Augen". Überrascht blicke ich sie an. "Na, wirds bald" herrscht sie mich an. "Du hast zuvor mich beobachtet als ich dich nicht gesehen habe. Da ist es nur fair, dass ich nun dich beobachten kann, wenn du mich nicht siehst."

Ich schlucke. Sie hat nicht unrecht. Ich fühle mich schuldig und von ihrer Argumentation in die Enge getrieben. Wäre ich nicht so aufgewühlt und verwirrt von der ganzen Situation und wie ich da hineingeraten bin, wäre mir sicher etwas eingefallen, um mich dagegen zu behaupten. Aber jetzt gerade fühle ich mich verunsichert. Aus dem Gleichgewicht gebracht. Verletzlich.

Ich schliesse meine Augen. Stehe erst einmal da. Lasse mich beobachten. Es ist ein sehr komisches Gefühl. So dazustehen. Zu wissen, dass man beobachtet wird ohne selbst zu sehen.

"Zeig mir mehr von Deinen Beinen." Erschrocken blicke ich sie an. Ihre Augen funkeln zurück. Scheinen mich zu durchbohren. "Du hast auch mehr von meinen Beinen gesehen" sagt sie streng. "Und lass Deine Augen zu. Oder soll ich Deiner Freundin erzählen, was für eine kleine Spannerin du bist?" Ich halte kurz die Luft an. Schließe meine Augen ganz fest. Ich weiss, dass sie mit mir und meinen Ängsten spielt. Aber ich weiss nicht wie ich mich dagegen wehren kann ohne Aufmerksamkeit zu erregen die ich nicht möchte.

"So ist es brav Yvone. Ich kenne Deine Freundin sehr gut. Sie würde mir alles glauben was ich ihr sage. Das kannst du mir glauben. Und nun möchte ich sehen, ob du deine Entschuldigung ehrlich meinst. Zeige mir mehr von Deinen Beinen." 

Langsam greife ich mit meinen Händen zu meinem Kleid. Es ist knöchellang. Ich greife zu dem Stoff von meinem Kleid der in Höher meiner Schenkel ist und ziehe ihn langsam nach oben. Ich spüre wie sich der Saum meines Kleides nach oben bewegt und langsam meine Unterschenkel entblößen.

"Weiter" höre ich sie sagen. Ich raffe mehr Stoff in meinen Hände und spüre, wie meine Knie unter dem Kleid zum Vorschein kommen. Die Situation wirkt surreal auf mich. Als wäre ich in einem Traum aus dem ich nicht mehr herausfinde. Und auch spüre ich, wie ein Gefühl der Scham und der Demütigung meinen Körper überflutet.

"Weiter" kommt wieder ihr kurzes Kommando. Ich gehorche, verliere aber den Sinn dafür, wie viel Bein ich inzwischen zeige. Ich habe angst, dass man schon die Spitze von meinen halterlosen Strümpfen sehen kann. Dies wäre mir wirklich sehr peinlich.

"Weiter." Wie in Trance bewege ich mich. Mir ist schleierhaft warum ich das wirklich mache. Meine Gefühle spielen verrückt. Es ist so demütigend und zugleich spüre ich, wie ein Schauer nach dem anderen meinen Körper durchfährt. Ich verstehe nicht, was mit mir passiert. Warum mein Körper so reagiert, auf eine Situation, aus der ich nur fliehen möchte. Und doch schaffe ich es nicht mich zu bewegen. Statt dessen halte ich mein Kleid so hoch, dass man meine Beine ganz sehen kann.

Ich halte inne. Die Sekunden vergehen. Ich traue mich nicht meine Augen zu öffnen. Zu viel Angst habe ich davor, dass sie wirklich zu meiner Bekannten geht und erzählt was ich hier gerade tue. 

In der augenblicklichen Stille höre ich so etwas wie ein 'klick'. Es scheint kurz hell geworden zu sein. Irritiert öffne ich die Augen. Wieder dieses 'klick' und eine Art Blitz. Ich blinzle in das Licht, für einen Moment bin ich desorientiert und sehe nichts. "Deine Handynummer. Wie lautet sie." Zu verwirrt sage ich sie ihr. Jetzt erst bemerke ich, dass sie mich photografiert hat. Schamesröte schiesst mir in mein Gesicht.

Flehend frage ich sie was sie vorhat.

"Du brauchst keine Angst zu haben. Das ist nur eine Erinnerung für mich. Und für Dich. Ich schicke Dir grade dieses hübsche Bild von dir zu deinem Handy. Somit hast du auch meine Nummer. Speicher sie dir ein. Ich werde dich morgen um Punkt 8 am Abend anrufen. Enttäusche mich nicht und geh dann an das Telefon. Ich kann mit Enttäuschungen nur schwer umgehen. Nun geh. Wir hören uns morgen"

Es klang wie eine Drohung. Sie hat es ruhig und freundlich gesagt. Aber ich bin sicher, dass es besser wäre nichts zu tun was sie verärgern könnte. Ich fühle mich ausgetrickst. Wie konnte das nur passieren. Fluchtartig verlasse ich den Raum. Suche meine Handtasche. Greife nach meinem Handy. Eine neue Nachricht. Ich öffne sie. Eine Bilddatei. Mir stockt der Atem. Es ist alles zu sehen. Mein Gesicht. Wie ich mein Kleid hochhalte. Meine Beine. Meine halterlosen Strümpfe. Sogar mein Höschen ist klar zu sehen. Es ist so peinlich, so demütigend dieses Bild zu sehen und das es bedeutet, dass sie mich in ihrer Hand hat. Wenn es sonst jemand sieht. Wie sollte ich das erklären?

Ich verlasse die Feier ohne mich zu verabschieden. In meinem Kopf schwirren die Gedanken. Ich bin mir meiner Gefühle nicht mehr klar. Es ist furchtbar. Wie konnte das alles nur passieren. Und doch ist da auch ein kleines bitzeln, eine Erregung. Ich kann es mir nicht erklären. 

... wie es weitergeht ... 

Diesen Post teilen

Repost 0
Published by Yvone - in Phantasie
Kommentiere diesen Post

Kommentare

Über Diesen Blog

  • : Yvones Welt
  • Yvones Welt
  • : In diesem Blog geht es darum, dass ich über mich, meine devoten Gefühle, Träume und Wünsche erzählen kann, die ich so bisher niemandem anvertraut habe.
  • Kontakt

Meine Persönlichen Links