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3. Juni 2009 3 03 /06 /Juni /2009 18:56
Ich hatte ja bereits angekündigt nach und nach über meine Chaterlebnisse zu berichten ... und welchen "Typen" mir dabei immer wieder begegnen. Und heute möchte ich gerne über eine besonders häufige Spezies berichten. Den typischen "Hi-Sager".

Nun ... gegen ein nettes "Hi" ist eigentlich nichts einzuwenden. Ein "Hi" gefolgt von etwas nettem... warum nicht. Aber dann wäre es nicht mehr der "Hi-Sager" von dem ich heute sprechen möchte. Der wirkliche Hi-Sager sagt in der Begrüßung nur ein Wort. Nicht mehr. Sozusagen die absolute Effizienz bezüglich dem Aufwand etwas zu schreiben und der damit implizierten Absicht eine Reaktion hervorzurufen. Und dies alles wird in dem einem Wort verkörpert.

Hi

Manche Menschen nehmen sich tatsächlich ein wenig mehr Zeit und sagen dann so etwas wie "Hallo" oder "hy na" (hy na? was ist das? egal. Ist wohl als Begrüßung gemeint).

Mal ehrlich. Was soll man über einen fremden Menschen denken, mit dem man zuvor noch kein einziges Wort gesprochen hat, der einen auch nicht kennt (zumindest läßt er oder sie es nicht erkennen) und der ein Gespräch nur mit einem "hi" beginnen möchte. Kann man so einen Gesprächswunsch wirklich ernst nehmen? 

Ich denke nicht. Manch einer läßt sich sicherlich von einer gewissen Langeweile im allgemeinen Chatfenster anstecken und hat dann den unwiederstehlichen Drang, dass mit ihm kommuniziert wird. Man könnte sagen, dass das unmotivierte "hi" in einem Chat in etwas dem unmotiviertem Druck auf den "on"-Knopf der Fernbedienung gleichzusetzen ist, mit der - kurzfristigen - Erwartung, dass man jetzt gleich etwas ganz spannendes erleben wird. Ganz bestimmt. Der Hi-Sager erwartet also nichts anderes als ... unterhalten zu werden. Jetzt. Sofort. Pronto.

Und genau so laufen dann auch die Gespräche ab. Unmotiviert. Aber an Effizienz kaum zu toppen durch die Vermeidung von jeglichem überflüssigem Beiwerk in der Kommunikation mit einem Menschen. zum Beispiel in dem ganze Sätze oder sogar Satzzeichen weggelassen werden. ich bitte Euch. Satzzeichen im Internetzeitalter? Wie altertümlich.

Frage: Was antwortet man einem Menschen der einem mit "hi" begrüßt und dann auf eine Reaktion wartet?

  • Möglichkeit 1: Die Retourkutsche ... man sagt auch nicht mehr als ein "hi" oder etwas vergleichbares (sehr schön auch ein aufmerkendes "hm?" oder ein erstauntes "ja?" - immerhin im direkten Vergleich ein Satzzeichen mehr)
  • Möglichkeit 2: Die Antwort ... man sagt tatsächlich so etwas wie ein "hallo auch ... wie geht es Dir ... schön dass Du mich angeschrieben hast ... oder etwas vergleichbares.
  • Möglichkeit 3: Die Nicht-Antwort ... man sagt ... genau. Garnichts.

Ehrlich gesagt ... egal ob ich die Retourkutsche oder die Antwort verwende. Das Ergebnis ist eigentlich immer das Gleiche. Das Gespräch geht genau gleich weiter ... wie es angefangen hat.

In meinem Beispielgespräch hatte ich mich für ein "Hallo Bianca" entschieden. Ich hatte in ihrem Profil (ja, ich lese immer Profile bevor ich antworte) gelesen, dass sie als Name eben Bianca eingetragen hatte.

Antwort von Bianca: "willst du meine skklavin sein"

Genau so geschrieben. Mit einem schönen Rechtschreibfehler. Nicht nur, dass es zu viel Mühe macht eine schöne Begrüßung zu schreiben, nein, man scheitert auch noch an einem, ich denke doch eher einfachem, Wort wie Sklavin. Ähnlich sinnvolle Anreden sind auch gerne "bist du sklavin?". Nein. Das täuscht natürlich nur. Warum habe ich dazu nur ein ganzes Profil lang darüber geschrieben.

Kommen wir aber wieder zurück. Was antwortet man nun auf so eine Frage? "willst du meine sklavin sein" (natürlich ohne Fragezeichen. Ja, immer schön effizient bleiben. Wohlgemerkt ... ich kenne die Person nicht. Habe noch nie mit ihr gesprochen. Was hätte sie gemacht, wenn ich ja gesagt hätte? Vielleicht sollte ich das wirklich mal ausprobieren. Könnte interessant sein.

Aber antürlich habe ich mit folgendem geantwortet: "nein. ich kenn dich ja nicht". 

Stimmt ja auch.

Aber jetzt kommt das Schönste ... und warum man Gespräche mit einem "Hi-Sager" eigentlich garnicht zu beginnen braucht. Als ich gleich auf ihre Reaktion "wollen wir uns kennenlerne" (ja ... ohne einem "n" am Ende) antworten wollte, kam mir bereits eine Systemnachricht vom Chatsystem entegengeflogen, dass ich von dem Benutzer blockiert werde.

Stellt sich natürlich die Frage ... warum stellt man einem Menschen die Frage, ob man sich kennenlernen möchte, wenn man die Antwort garnicht mehr wissen möchte?

Aber egal. Bei so geballter Gesprächseffizienz stören Antworten ja auch blos. Man müßte sich ja wieder etwas kurzes einfallen lassen.

PS: Die Möglichkeit 3 - die Nicht-Antwort - führt leider nicht immer zum gewünschten Ergebnis der Nicht-Kommunikation. Manch ganz Hartnäckiger missachtet die Nicht-Antwort mit einem erneuten Versuch der Kommunikationsanbahnung - natürlich mit dem gleichen "hi". So als wäre nichts geschehen. Hin und wieder wird das betonte Schweigen (nach 5 oder 10 Minuten) mit einem aufforderndem "willst du meine Sklavin sein" unterbrochen. Naja. Das Ergebnis kennt man ja.

Link: Übersicht Artikelreihe Chaterlebnisse 

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Published by Yvone - in Chat
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